Einladung zur Jahreshauptversammlung 2018

Liebe Mitglieder des Vereins Stille Geburten, sehr geehrte Damen und Herren,

zur 2. Jahreshauptversammlung möchte Sie der Vorstand ganz herzlich einladen. Die Jahreshauptversammlung findet statt:

Freitag, den 21.09.2017, um 19:00 Uhr
im Restaurant Schlömer, Venloer Str. 86 in 41569 Rommerskirchen

Tagesordnungspunkte:

  1. 1.)  Begrüßung durch die Vorsitzende
  2. 2.)  Bericht des Vorstandes
  3. 3.)  Bericht des Kassierers
  4. 4.)  Bericht des Kassenprüfers
  5. 5.)  Entlastung des Vorstandes
  6. 6.)  Wahl des Vorstandes
  7. 7.)  Beschlussfassung über vorliegende Anträge
  8. 8.)  Verschiedenes

Anträge auf Ergänzungen der Tagesordnung müssen 3 Wochen vor der Versammlung schriftlich beim Vorstand eingereicht werden, damit der Vorstand sie noch auf die Tagesordnung setzen kann (§ 8 der Satzung).

Der Vorstand freut sich auf ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Friese

Erzählung vom Frühjahr 2018

Im Frühjahr 2018 bekam ich aus dem Kreißsaal einer Kölner Klinik einen Anruf von einer Hebamme. Sie schilderte mir den Fall einer jungen Frau, der in der 20. Schwangerschaftswoche die Fruchtblase gerissen war und es würde nicht feststehen, ob das Baby überlebt.

Der Frau wurde in Aussicht gestellt, falls sie es schafft in die 22. Schwangerschaftswoche zu kommen, in die Uni verlegt zu werden, wo dann lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden könnten.

Doch die Aussichten standen sehr schlecht. Die Herztöne des Kindes waren schon enorm verlangsamt und das war ein schlechtes Zeichen.

Ich erklärte mich bereit sofort zu ihr zu kommen. Wir vereinbarten dann, dass ich erst in den Kreißsaal kommen sollte, wo ich dann von der Hebamme noch genau informiert werden sollte und sie mich dann anschließend zu der Mutter auf die Station brachte.

Hier kam meine Trosttasche zum Einsatz.

Es war wieder erstaunlich wie sehr diese Tasche den Einstieg in ein Gespräch erleichtert.
Die junge Mutter wollte diese Tasche in meiner Gegenwart auspacken und hat sich über diese Kleinigkeiten sehr gefreut. Als sie die Kerze sah, die in der Tasche war, fing sie fürchterlich an zu weinen. Ich versuchte sie zu trösten und dabei stellte sich heraus, dass sie der Meinung war ein völlig missgestaltetes Kind auf die Welt zu bringen, falls ihr Baby jetzt sterben würde.

Diesen Gedanken haben viele betroffene Mütter.

Ich habe sie beruhigt und ihr erklärt, es wäre schon wichtig, dass sie ihr Kind anschaut, damit diese Vorstellung nach der Geburt nicht ihr weiteres Leben beherrscht. Ich erklärte ihr, dass sie mit der Hebamme absprechen kann, dass sie das Kind nach der Geburt erst einmal beschreibt und es in ein Schlafsäckchen wickelt, was ich ihr gerne dalassen würde.

Dieser Gedanke hat sie beruhigt. Ich zeigte ihr die mitgebrachte Bekleidung für Sternenkinder, welche wir gerne stellen.

Sie bat mich, eins von den Säckchen behalten zu dürfen um es ihrem Teddy anzuziehen. Gerne hab ich ihr diesen Wunsch erfüllt.

Ein weiteres Thema war die Beerdigung. Ich erzählte ihr von dem neu angelegten Sternenkinderfeld auf einem Friedhof in Worringen. Man muss im Hinterkopf behalten, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt noch lebt.

Wir haben noch lange über ihre Ängste gesprochen und ich hab ihr angeboten, dass sie mich jeder Zeit anrufen kann, um sie zu begleiten.

Am nächsten Tag kam von ihr eine SMS, dass ihr Baby gestorben ist und sie hat verschiedene Fragen bezüglich der Beerdigung gehabt. Diese Fragen habe ich entsprechend beantwortet.

(von Petra Friese)

Erzählung vom Januar 2018

Im Januar 2018 bekam ich einen Anruf einer jungen Frau. Diese erzählte mir, dass ihr Kind verstorben sei, sie fürchte sich vor einer Ausschabung und benötigt eine Hebamme.

Wir haben lange erzählt und ich habe ihr angeboten sie zu begleiten. Sie wollte sich eine Begleitung überlegen und bat um einen Rat, wo sie eine Hebamme herbekommt, die sie auf diesem Weg begleiten könnte, da sie keine Ausschabung haben wollte.

Ich hab Kontakt mit zwei Hebammen aufgenommen und ihnen den Fall der jungen Frau geschildert.

Leider habe ich nie erfahren, ob es zu einer Begleitung gekommen ist.

(von Petra Friese)

Erzählung vom Juni 2017

Im Juni 2017 erreichte mich ein Hilferuf aus einer Klinik in Düsseldorf. Eine Frau hat ein totes Baby im Bauch und sie benötigt Hilfe. Ich bot ihr an zu ihr zu kommen und machte ich mich wenige Stunden später auf den Weg in die Klinik.

Vom Team dieses Kreißsaales wurde ich erwartet und freundlich empfangen. Mir wurde mitgeteilt, dass die Frau schon mehrere Einleitungsversuche ohne Ergebnis und Wehen über sich ergehen lassen musste.

Das Baby war schon seit 4 Tagen tot in ihrem Bauch.

Als ich in den Kreißsaal kam, waren dort viele Menschen, es war ihre Familie, so dass ich den Eindruck bekam, diese Frau wird alles in allem gut getragen.
Das ist in einer solchen dramatischen Situation äußerst wichtig.

Nachdem ich mich bekannt gemacht hatte, übergab ich dem Paar erst einmal unsere Trosttasche.

Unsere  Trosttasche ist eine Tasche, die einige Sachen enthält, die die Eltern als Erinnerung und auch zum Trost geschenkt bekommen. Der Gedanke dahinter ist, auf der einen Seite eine Art Türöffner, auf der anderen Seite sehen wir es so, dass Eltern, die das Glück haben ein gesundes Baby zu bekommen, immer mit Präsenten und dem Baby aus der Klinik nach Hause gehen.
Kliniken haben Taschen mit diversen Inhalten, die sie von Firmen erhalten, zum Zweck der Werbung. Jedoch Sterneneltern gehen in der Regel ohne Baby und ohne Andenken nach Hause.

Damit sie auch eine gewisse Art der Zuwendung erhalten, bekommen sie diese Taschen.

Der Inhalt wechselt zwischendurch mal, je nachdem was wir für neue Ideen haben, um diese zu bestücken. In dieser Tasche befand sich eine Kerze, ein Schutzengelchen aus Ton, ein Tee, Blumensamen, ein Päckchen Taschentücher und ein paar Bonbons.

Wir haben uns angefangen zu unterhalten. Zuerst natürlich, was passiert ist. Dann ging das Thema auf die anstehende Beerdigung. Der werdende Vater kommt von einem anderen Kontinent und erschien mir sehr gläubig. Aus den Wünschen um eine Beerdigung wurde sehr schnell klar, dass dieses Paar seine Wünsche und Ängste bezüglich des Sterbens ihres Kindes und den Umgang mit dem Tod an sich nicht wirklich ausdrücken konnten. Sie redeten aneinander vorbei.

In einem langen Gespräch konnte ich diese Hürde aus dem Weg räumen, auch die Bedenken jeweils neu formulieren. Der Partner konnte es dann auch verstehen was genau gemeint war. Somit war der Weg für die Geburt geebnet. Kurz darauf kam die Geburt in Gang und ein wunderschönes Baby wurde geboren.

Das Paar hatte sich entschieden ihre Trosttasche erst zu öffnen, wenn sie alleine sind. Hinterher haben sie sich sehr bedankt und gesagt, dass der Inhalt sie sehr erfreut hat und sie damit eine Gedenkecke gestaltet hätten.

Nach der Totgeburt hatten wir noch öfters Kontakt und mittlerweile erwartet die Familie ihr zweites Kind.

(von Petra Friese)

 

Erzählung vom Herbst 2016

Im Herbst 2016 wurde ich von einer Frau angerufen. Diese Frau erzählte mir, dass ihre Nichte ein totes Baby zur Welt gebracht hatte. Nun benötigte sie Hilfe, weil sie nicht mehr wüsste, wie sie mit ihrer Nichte umgehen sollte, da sie nur weinen würde.

Also packte ich meine Tasche, nahm eine Trosttasche und fuhr zur ihr.

Als ich in der Wohnung ankam, wurde mir Tee angeboten und ich lernte die junge Sternenmutter, ihren Partner und ihre Eltern kennen. Der Sternenoma fiel es sehr schwer ihre Tochter so tief traurig zu sehen und ihr so hilflos bei Seite zu stehen.

Ich habe die Sternenmama zur Begrüßung erst einmal fest in den Arm genommen. Sie hat sich augenblicklich fallen lassen und wieder geweint.

In dem Moment wurde kein Ton mehr gesprochen.

Als es der jungen Sternenmama wieder möglich war zu reden, hat sie mir erst einmal erzählt, was passiert war. Sie machte sich sehr starke Vorwürfe, dass sie schuld daran ist, dass ihr Baby, ein kleiner Junge, gestorben war. Zunächst habe ich ihr erklärt, dass sie am Tod ihres Babys nicht Schuld ist und daran keinerlei Gedanken verschwenden soll.

Immer wieder kamen die Worte, ich möchte zu meinem Baby.

Mir war klar, in dieser Familie bin ich nicht zum letzten Mal.

Während des Gespräches ist mir aufgefallen, dass jeder der Anwesenden der Mutter Ratschläge gab. Ich habe dann angefangen zu fragen, wie das Baby bestattet werden soll. Schnell wurde klar, die Familie hatte gar keine Ahnung davon. Also hab ich ihnen erklärt, was man machen kann und darf. Sie entschieden sich, dass das Kind per Sammelbestattung des Krankenhauses beigesetzt werden sollte. Langsam fing die junge Mutter auch mal an zu lächeln, und ich konnte sie ermuntern etwas zu trinken, da sie laut Aussage der Familie seit der Totgeburt weder gegessen noch getrunken hatte.

Sie beklagte sich darüber, dass sie seit dem Tod ihres Babys nicht mehr schlafen konnte. Ich habe mein Rebozotuch aus meiner Tasche geholt und gefragt, ob sie etwas ausprobieren möchte, was ihr vielleicht hilft ein wenig zu entspannen.

Das Rebozotuch kommt aus Mexiko und mit ihm kann man bestimmte Massagentechniken anwenden, die in vielen Lebenssituationen hilfreich sein können. das Rebozomassagen werden von Hebammen und Doulas während der Schwangerschaft und Geburt erfolgreich zur Hilfe genommen. Man kann damit unterstützen und Schmerzen lindern , die leichten Druck und Schaukelbewegungen können helfen in einen Entspannungszustand zu kommen  und verschiedene körperliche oder auch seelische Beschwerden können damit beruhigt werden.

Ich hab also mit einer leichten Rebozoübung angefangen, wobei sie dann in der Lage war endlich einmal die Augen zu schließen. Ich hab dann ihrem Freund gezeigt, wie er bei ihr diese Rebozomassage anwenden kann. Nach einigen Stunden verabschiedete ich mich und versprach in zwei Tagen wieder vorbei  zu schauen.

Bei meinem nächsten Besuch, dem zahlreiche Telefonate vorausgegangen waren,  war etwas Neues eingetreten. Das Paar hat sich anscheinend getrennt. Es flossen wieder sehr viele Tränen.

Schon im Vorfeld habe ich mir überlegt, dass ich mit der jungen Mutter einen Spaziergang in den nahgelegenen Wald machen wollte, um dort eine Stelle zu finden, wo wir ein symbolisches Verabschiedungsritual für den kleinen Sternenjungen abhalten könnten. Draußen in der Natur konnte die Mutter durchatmen und einige Probleme, unter anderem in der Beziehung, ansprechen.

Bei diesem Spaziergang hatte die junge Mutter dann die Idee entwickelt, dass sie gerne ein Körbchen basteln möchte, in das ein Bild von ihrem Baby, einige Blüten und eine brennende Kerze reingelegt werden. Dieses Körbchen wollte sie dann mit uns allen in den Rhein setzen und dort wegfahren lassen. Es war ein sehr ergreifender Gedanke.

Zurück von diesem Spaziergang wurden wir von der Sternenoma sehr lieb mit einem leckeren Smoothie empfangen. Sie freute sich sehr, als ihre Tochter das ganze Glas leergetrunken hatte.

Danach bekam die junge Frau noch eine Rebozomassage und man merkte ihr an, dass der Schmerz für sie nun langsam erträglicher wurde.

Danach haben wir noch einige Male telefoniert.

(von Petra Friese)

Stille Geburten e.V. auf der Kinder Kinder!

Am 14. und 15.10.18 findet in der Stadthalle Neuss die Messe Kinder Kinder! statt.
 
Wir freuen uns sehr, dass wir auch dieses Jahr mit am Start sind und freuen uns dort auf viele gute Gespräche. Sollten Sie Fragen oder Probleme haben, so finden Sie bei uns ein offenes Ohr. Wir versuchen zu helfen wenn wir das können.
Adresse:
Neusser Stadthalle
Selikumer Weg 25
41460 Neuss

Weihnachtsmarkt

Am Sonntag den 17.12.17 werden wir mit einem Stand auf dem Rommerskirchener Weihnachtsmarkt vertreten sein. Gerne könnt Ihr uns dort besuchen und unsere Arbeit kennenlernen. Wir freuen uns auf Euch und auf viele gute Gespräche.

Wortgottesdienst in Neuss/Norf

Am Sonntag den 03.09.17 feiern wir in der St. Andreas Kirche einen Wortgottesdienst im Gedenken an unsere Sternenkinder. Dazu sind alle, egal welcher Konfession, herzlich eingeladen. Im Anschluss gibt es im Pfarrhaus Kaffee und Kuchen. Wir hoffen dabei um einen regen Austausch und freuen uns auf viele Teilnehmer.

Herzlichst das Team von Stille Geburten e.V.